Tips der Freiwilligen Feuerwehr



Die Bedeutung der
SIRENENSIGNALE


Wie man sich im Brandfall richtig verhält
Kindliches Spiel mit dem Feuer
Gefahrloses Grillvergnügen
Gefahren der Weihnachts- und Silvesterzeit

Wie man sich im Brandfall richtig verhält

Durch Brände sterben in der Bundesrepublik Deutschland jährlich mehrere hundert Menschen, die Schäden belaufen sich inzwischen auf über 6 Milliarden DM mit steigender Tendenz. Alleine in sind in durchschnitt über 50 Einsätze gefahren worden. Nicht alle Einsätze waren spektakulär, aber immer gab es eine Zeit, in der die Betroffenen - bis zum Eintreffen der Feuerwehr - selber sehen mußten, wie sie mit der Situation fertig wurden.

Die meisten Brände entstehen durch Unaufmerksamkeit und werden durch Unwissenheit oft noch verschlimmert. Die oberste Regel in jeder Notsituation lautet: 
Ruhe bewahren! 
Ruhe bewahren kann aber nur derjenige, der weiß, wie er sich in Notsituationen zu verhalten hat. Die Freiwillige Feuerwehr gibt nachfolgend einige Hinweise und Tips, um durch richtiges Verhalten im Brandfall die Schäden möglichst gering zu halten.

Grundsätzlich kann man sich folgendes Ablaufschema bei einem Brand einprägen: Alarmieren, 
retten, 
löschen. 

Die Alarmierung der Feuerwehr sollte immer an erster Stelle stehen, denn sollte auch dem Retter etwas zustoßen, würde vielleicht wertvolle Zeit verloren gehen, bis jemand anderes auf den Notfall aufmerksam wird. 

Bei Bränden oder sonstigen Unglücksfällen die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren und dabei das folgende Schema einhalten:

Danach sollte sich jeder selbst sowie seine Mitbewohner in Sicherheit bringen. Türen und Fenster schließen. Dies verhindert ein überspringen von Bränden. Keine Aufzüge benutzen, da hier der Aufzugsschacht wie ein Kamin für den Rauch wirkt und zudem durch Ausfall der Elektrizität stecken bleiben kann.

Man sollte stets über den Treppenraum fliehen und hinter sich die Türen schließen. Ist dies nicht mehr möglich, einen sicheren Raum suchen, die Tür schließen und sich am Fenster bemerkbar machen.

Türritzen und andere Öffnungen gegen den Rauch mit nassen Tüchern abdichten. Die Ankunft der Feuerwehr abwarten und den Anweisungen der Helfer folgen. Bei Rauchentwicklung sollte man auf dem Boden kriechen, dort befindet sich meist noch rauchfreie, atembare Luft. Wie bereits erwähnt, mit der Bekämpfung eines Feuers erst nach Alarmierung der Feuerwehr und Rettung von gefährdeten Personen beginnen. Bei Kleinbränden kann das Feuer oftmals mit einer Decke erstickt werden, insbesondere wenn Bekleidung Feuer gefangen hat. Bei Friteusenbränden nie Wasser zum Löschen verwenden, sondern beispielsweise einen Deckel.

Wer sich retten konnte, sollte nach Eintreffen der Feuerwehr mit dem Einsatzleiter Verbindung aufnehmen und ihn über die Lage und insbesondere über die Anzahl der noch im Gebäude befindlichen Personen unterrichten.

Wenn Sie diese kleinen Hinweise in einem Notfall beachten, haben Sie die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr bestmöglich genutzt.

Zum Schluß noch ein Hinweis zur Vorbeugung: Viele Menschen sterben bei einem Brand, weil sie die Gefahr nicht oder zu spät erkennen. Feuer und Rauch breiten sich rasend schnell aus. Den Bewohnern bleiben oft nur wenige Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen. Unmittelbar nach Ausbruch eines Brandes entstehen giftige Gase, die zu Bewußtlosigkeit und zum Tode führen können. Ein Großteil der Todesfälle bei Wohnungsbränden ist die Folge von Rauchvergiftungen. Rauchmelder, die in öffentlichen Gebäuden und Warenhäusern schon lange selbstverständlich sind, können auch im privaten Bereich Leben und Gesundheit der Bewohner schützen. In den USA und Großbritannien ist das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung in dieser Richtung weit ausgeprägter als bei uns in Deutschland. Rund 75 Prozent aller Privathaushalte sind in diesen Ländern mit einem Rauchmelder ausgestattet. Da nie alle möglichen Ursachen, die zur Entstehung von Bränden führen, gänzlich ausgeschlossen werden können, kommt der schnellen Wahrnehmung eine entscheidende Bedeutung zu. Rauchmelder können hier der wesentliche Faktor sein. Im Verhältnis zu den Kosten einer Wohnungseinrichtung stellt die Anschaffung eines rund 100 DM teuren Rauchmelders eine geringe Investition dar.

Diese Investition kann jedoch das eigene Leben und das der Familienangehörigen retten. Klein wie ein Unterteller werden die Rauchmelder an der Zimmerdecke befestigt und dank ihrer raffinierten Elektronik warnen sie rechtzeitig und zuverlässig.

Im Ernstfall macht ein solcher Melder mit einem durchdringenden Alarmton die Bewohner auf Rauch und Feuer aufmerksam und reißt selbst schlafende Menschen aus dem Schlaf.

Die Geräte arbeiten photooptisch: Geraten Schwel- oder Brandpartikel in eine Kontrollkammer, löst eine Photozelle spontan die eingebaute Sirene aus. Ein Rauchmelder kann selbst installiert werden. Batteriebetriebene Ausführungen weisen rechtzeitig akustisch auf einen notwendigen Batteriewechsel hin.


Kindliches Spiel mit dem Feuer

Der Umgang mit Feuer kann verheerende Folgen haben. Kinder kennen diese Gefahren nicht. Eltern versuchen sie zu schützen, indem sie den Umgang mit Feuer rigoros verbieten. Aber was verboten ist, wird erst recht mit kindlicher Neugier oder Trotz ausprobiert und kann dann um so gefährlich werden.

Den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer lernen die "Kleinen" am besten durch vorbildliches Verhalten der "Großen". Da die Eltern die Verantwortung für ihre Kinder tragen, liegt es an ihnen, ihren Sprößlingen unter Aufsicht und altersangemessen den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Kerzen und Feuerzeugen beizubringen. Nur so kann die notwendige Vorsicht gegenüber solchen gefährlichen Gegenständen oder Situationen rechtzeitig erlernt werden. Diese spielerisch erworbene Vorsicht ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Brände jeder Art.

Streichhölzer und Feuerzeuge sollten nie achtlos herumliegen, sondern so aufbewahrt sein, daß die Kleinen nicht drankommen. Auch sollte man Kinder nie zum Einkaufen von Zündhölzern oder Feuerzeugen schicken oder sie bei offenem Licht und Feuer unbeaufsichtigt lassen. So vermeiden Eltern, Großeltern oder Freunde die teilweise schlimmen Folgen, die das kindliche Spiel mit dem Feuer haben kann.

Ca. 40 Prozent aller thermischen Unfälle (also Verbrennungen, Verbrühungen, Stromunfälle mit Verbrennungen u.ä.) ereignen sich im Kindesalter. In den meisten Fällen waren bei den Unfällen die Eltern oder andere Erwachsene in der Nähe. Allein diese Tatsache bestätigt die Notwendigkeit, immer wieder auf die Sorglosigkeit vieler Erwachsener hinzuweisen. Denken Sie nie: Ich passe ja auf, mir kann das nicht passieren! Denn leider ist niemand vor Unfällen gefeit!


Gefahrloses Grillvergnügen

Grillen im Garten und in der Natur gehört zum Sommer wie das Badengehen. 

Vielerorts werden zu dieser Jahreszeit die Grillgeräte sorgfältig überprüft und einsatzbereit in Stellung gebracht. Leider enden manche Grillpartys äußerst fatal. "Grillmeister" und/oder Gäste müssen mit schweren Verbrennungen in Spezialkliniken eingeliefert werden und haben lange an den Folgen ihres unachtsamen Vorgehens beim Grillen zu leiden. Von den Unfällen mit tödlichem Ausgang ganz zu schweigen. Oft sind es dabei die Erwachsenen, die durch ihr fahrlässiges Verhalten beim Grillen auch die anwesenden Kinder gefährden.

Ein leider häufig vorkommender Fall besonderer Gefährdung ist der Versuch, nicht gut brennende Holzkohlen in einem Grill durch Zugabe von sogenannten Brandbeschleunigern wie Spiritus, Alkohol oder Benzin zu besserem Brennen zu veranlassen. Dabei sollte man wissen, daß die Menge an Brennstoff, die im ungünstigsten Fall eine gefährliche Verpuffung verursachen könnte, sehr gering ist. Eine Gaswolke von etwa 10 Liter braucht für das Gemisch an der unteren Verpuffungsgrenze lediglich etwa 0,67g an Alkohol! - eine Menge, die in einen Fingerhut paßt!

Wenn brennbare Gase, gemischt mit Luft, durch eine Flamme gezündet werden, spricht man schon bei einer geringen Ausbreitungsgeschwindigkeit dieser Gase von einer Verpuffung. Dieser harmlos klingende Name täuscht manchen darüber hinweg, daß es sich hierbei um einen durchaus gefährlichen Vorgang handeln kann. Immerhin erreichen dabei die verbrannten Gase, je nach Mischungsgrad des verwendeten Brennstoffes mit Luft, Temperaturen zwischen 1000 und 1800° Celsius. Wenn man sich diese groß beschriebenen Eigenschaften vor Augen hält, kann man sich ein ungefähres Bild von den Gefahren machen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

Der beste Weg, ein schlecht brennendes Grillfeuer anzufachen, ist es, sich mit Geduld zu wappnen und mit einem Fächer oder Blasebalg das durchbrennen der Holzkohle zu beschleunigen. In ganz hartnäckigen Fällen hilft eigentlich nur noch, wenn Sie das schwache Feuer löschen und den Holzkohlenbrand erneut, mit entsprechend verteilten Grillkohleanzündern, in Gang setzen. Nach dem Grillen sollte die Grillkohle erst dann entsorgt werden, wenn sie vollständig abgekühlt ist, und selbst dann sollten die Reste nicht in Plastikbehälter oder Kartons eingefüllt werden. Am besten eignet sich hier beispielsweise ein Blecheimer.

Ein bißchen Vorsicht kann schöne Abende bescheren.


Gefahren der Weihnachts- und Silvesterzeit

Regelmäßig zur Weihnachtszeit steigt das Brandrisiko dramatisch in die Höhe. Während in unserer nahezu 100 %ig elektrifizierten Gesellschaft kaum noch Licht und Wärme über offenen Flammen erzeugt wird, ändert sich dies vor allem im Monat Dezember eines jeden Jahres.

In den Medien wird dann immer wieder über Wohnungsbrände berichtet, die vorwiegend durch Weihnachtsbäume und Adventskränze ausgelöst wurden.

Rund 400.000 Nadeln hat die "Standardausführung" eines Weihnachtsbaumes, eine Fichte von 2,20 Meter Höhe. Die Nadeln - nicht die Zweige und der Stamm - stellen im wesentlichen die gefährliche Brandlast des Baumes dar. 400.000 Einzelelemente von brennbarem Stoff, die sich im Abstand von nur wenigen Millimetern zueinander befinden.

In den Nadeln befindet sich Harz, umschlossen von pflanzlichem Gewebe, dessen Festigkeit sich mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Baumes erhöht. Ein ungeschlagener Baum (oder ein regelmäßig gegossener, mit Wurzel und Erde in einem Topf belassener Tannenbaum) erfüllt beinahe die Anforderungen der Brandschutzklasse "schwerentflammbar". Leider werden jedoch die meist im November geschlagenen Bäume im Wohnzimmer aufgestellt, deren Nadeln über zwei bis drei Wochen ausgedörrt und somit zunehmend brennbarer geworden sind.

Wird nur eine Nadel - beispielsweise durch eine Kerzenflamme erhitzt - steigt der sogenannte Dampfdruck des Harzes in den Nadeln derart an, daß das umschließende Gewebe wie bei einer Explosion auseinandergerissen wird. Je trockener der Baum, desto früher setzt dieser Vorgang ein. Der freigesetzte Harzdampf verbrennt schlagartig und löst eine Kettenreaktion aus: Flammen springen von Nadel zu Nadel, entzünden Lametta, Kugeln fallen herab, weitere Kerzen verlieren durch die Wärmestrahlung an Standfestigkeit und knicken um, fallen herab, entzünden weitere Nadeln und Geschenkpapier unter dem Baum, der Baum verliert seine Standfestigkeit, fällt um, entzündet entferntere Gegenstände, ....

Dieses vernichtende Feuer kann nicht mehr mit einem Wassereimer gelöscht werden. Hier kann nur noch die Feuerwehr (Notruf 112) helfen.

Hätte man elektrische Kerzen verwendet, hätte man den Baum nicht so nahe an das Fenster und somit an die Vorhänge gestellt (damit der Nachbar gegenüber unseren schönen Baum sehen kann!) hätte man den Baum mit Wasser versorgt, hätte man die Kerzen nur von oben angezündet und von unten gelöscht, hätte man ihn nicht unbeaufsichtigt gelassen, - hätte man!

Weitere Risiken zum Jahreswechsel gehen vom Silvesterfeuerwerk aus. Unbedingt die auf dem Feuerwerk angebrachten Gebrauchshinweise beachten. Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt und weisen Sie Kinder auf die besonderen Risiken sogenannter "Blindgänger" - insbesondere die vielfach auf den Straßen liegenden - hin. Am Neujahrstag gefundene Blindgänger am besten in einem mit Wasser gefüllten Eimer "entschärfen".

Vorsorglich sollten Balkone "entrümpelt" und die Fenster unbedingt geschlossen werden, sofern der Jahreswechsel "außer Haus" gefeiert wird. Trotz aller Vorsicht kann es immer "verirrte" Feuerwerksraketen geben.

Übrigens - unter gewöhnlichen Umständen benötigt jeder, der mit Pyrotechnik umgehen will, eine behördliche Genehmigung. Von dieser Pflicht ausgenommen ist lediglich der Umgang mit Gegenständen der Klasse P I (Kleinstfeuerwerk, z.B. Tischfeuerwerk). Für die Klasse P II (darunter fällt das gesamte Silvesterfeuerwerk) gilt eine Ausnahme von dieser Pflicht nur für den Zeitraum vom 31.12. bis 1.1. Das restliche Jahr gilt auch für diese Gegenstände in vollem Umfang das Sprengstoffgesetz. Wer also am 2. Januar noch erhebliche Restbestände an Feuerwerkskörpern besitzt, muß die Lagervorschriften der Sprengstoffverordnung einhalten.


Die Bedeutung der Sirenensignale

Es gibt Sirenen zur Alarmierung der Bevölkerung im Gefahrenfall. Sie können per Funkimpuls von der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Wiesbaden angesteuert und somit ausgelöst werden.

Zwei verschiedene Signale werden unterschieden:

Feueralarm 3 x 12 Sekunden Dauerton Bedeutet: Freiwillige Feuerwehr zum Einsatz!
Allgemeine Warnung 1 Minute Heulton Bedeutet: Warnung der Bevölkerung vor besonderen Gefahren!

Das Signal Feueralarm hat nur für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr eine Bedeutung. Normalerweise werden sie über eine sogenannte "stille Alarmierung" mit Funkmeldeempfängern alarmiert. Sollte dieses System jedoch nicht zur Verfügung stehen, werden die Feuerwehrleute über die Sirenen alarmiert.

Das Signal Allgemeine Warnung hat für die gesamte Bevölkerung eine Bedeutung: Es ist eine besondere Gefahrensituation eingetreten, die bestimmte Verhaltensregeln erfordert. Grundsätzlich hat sich jeder folgendermaßen zu verhalten:

  1. Gebäude aufsuchen, Kinder ins Haus holen!
  2. Nachbarn verständigen!
  3. Rundfunkgeräte einschalten und auf Durchsagen achten!

Achtung: Vom Zeitpunkt des Sirenensignals bis zur Rundfunkdurchsage kann einige Zeit vergehen.

Eine der folgenden Rundfunkfrequenzen ist zu wählen:

89,3 MHz HR 3
102,0 MHz Radio FFH
93,7 MHz SWF 3
100,6 MHz Radio RPR

Befolgen Sie im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit die mitgeteilten Verhaltensregeln!

Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Sirenen finden in jedem Jahr zwei Funktionüberprüfungen statt, die nur wenige Sekunden dauern. 


Zurück