Mund-zu-Mund- und Beutelbeatmung (Auszug aus http://de.wikipedia.org/)

 Mund-zu-Mund-Beatmung

Mund-zu-Mund-Beatmung

Die einfachste Form der Beatmung ist die Atemspende, die in der Laienreanimation angewandt wird. Hierunter versteht man die Beatmung mit der Ausatemluft des Helfers, also entweder die „Mund-zu-Mund-“ oder „Mund-zu-Nase-Beatmung“. Diese Technik ist jedoch begrenzt, da mit ihr keine mit Sauerstoff angereicherte Luft gegeben werden kann: Nur 16 Prozent Sauerstoffanteil können so erreicht werden; im Vergleich dazu hat Raumluft 21 Prozent Sauerstoff, Beatmungsgeräte können bis zu 100 Prozent Sauerstoff erreichen. Durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten besteht bei der Mund-zu-... Beatmung immer das geringe Risiko der Krankheitsübertragung, dieses kann man durch die Verwendung einer Beatmungshilfe minimieren. Professionelle Helfer sollten daher zu Hilfsmitteln wie dem Beatmungsbeutel greifen, sofern die Technik beherrscht wird. Ein Beatmungsbeutel besteht aus einer Gesichtsmaske, die über Mund und Nase des Patienten gestülpt wird, um einen dichten Abschluss zu erreichen; einem elastischen, kompressiblen Beutel und einem Ventil, welches den Luftstrom lenkt. Eine Sauerstoffquelle kann an ein Reservoir am Beutel angeschlossen werden, um eine höhere Sauerstoffkonzentration zu erreichen. Diese einfache Technik kann ausreichen, einen ateminsuffizienten oder apnoeischen Patienten über Stunden zu beatmen.


Erste Hilfe bei Atemstillstand/ Mund-zu-Nase-Beatmung

(Deutsches Rotes Kreuz)


Die Ursachen für einen Atemstillstand sind sehr vielfältig. Die Erstickungsgefahr als Folge einer Bewusstlosigkeit, das Ersticken an Fremdkörpern oder Ertrinken kommen ebenso als Ursachen in Frage, wie Verletzungen der Lunge oder allergische Reaktionen mit dem Zuschwellen der Atemwege, z.B. nach einem Insektenstich im Rachenraum. Aber auch akute Erkrankungen und Vergiftungen können zu einem Atemstillstand führen.

In kaum einer Situation ist es so wichtig wie jetzt, dass die Hilfeleistung ohne zeitliche Verzögerung erfolgt. Vielleicht bleiben nur Sekunden für erfolgreiche lebensrettende Maßnahmen!
 

Ansprechen/Anfassen

Überprüfen Sie durch lautes Ansprechen und Schütteln an den Schultern den Bewusstseinszustand des Betroffenen. Zeigt er keine Reaktion, ist er bewusstlos.

Oft verändert sich durch den Sauerstoffmangel das Aussehen des Betroffenen; vor allem an Lippen und Ohrläppchen erkennen Sie eine bläulich-blasse Färbung.


 

Notruf

Alarmieren Sie möglichst schnell den Rettungsdienst - besser noch, Sie lassen dies durch einen weiteren Helfer erledigen.


 

Atemkontrolle

Fassen Sie mit einer Hand unter das Kinn, mit der anderen Hand auf die Stirn des Betroffenen. Überstrecken Sie den Hals, indem Sie den Kopf nach hinten beugen und kontrollieren Sie die Atmung. Im Falle eines Atemstillstandes verspüren Sie dabei keinen Atemzug, erkennen keine Atembewegungen und vernehmen keine Atemgeräusche.


 

Kreislaufkontrolle

Wenn keine Atmung feststellbar ist, müssen Sie sofort 2 Atemspenden durchführen (siehe unten).

Nach zwei zügigen Beatmungen prüfen Sie erneut die Atmung und achten dabei auf weitere Lebenszeichen. Das können Husten oder Bewegungen des Betroffenen sein.

Ist die Atmung auch weiterhin nicht vorhanden und sind keine Lebenszeichen festzustellen, beginnen Sie unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (nähere Informationen hierzu finden Sie im "Erste Hilfe Ratgeber" des Deutschen Roten Kreuzes).

Setzt die Atmung wieder ein oder sind z.B. Bewegungen feststellbar, bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage und kontrollieren ständig Bewusstsein, Atmung und Lebenszeichen.


 

Mund-zu-Nase-Beatmung

  • Die überstreckte Haltung des Kopfes behalten Sie zur Atemspende bei. Mit dem Daumen der Hand, die am Unterkiefer liegt, verschließen Sie den Mund des Betroffenen, damit die eingeblasene Luft dort nicht wieder entweichen kann.
  • Atmen Sie jetzt selbst ein und setzen Sie Ihren geöffneten Mund um die Nase des Verletzten herum dicht auf, damit keine Luft entweichen kann. Die eigene Ausatemluft in die Atemwege einblasen.
  • Nach jeder Beatmung heben Sie Ihren Mund ab, damit der Betroffene ausatmen kann. Drehen Sie Ihren Kopf zur Seite und beobachten Sie die Ausatmung. Atmen Sie gleichzeitig Frischluft für die nächste Beatmung ein.

Beatmen Sie zweimal mit einer Luftmenge von 700 bis 1000 ml je Atemzug (bei Erwachsenen). Dies entspricht in etwa der Luftmenge Ihrer normalen Atmung.

Beobachten Sie die Atmung genau, damit Sie Veränderungen sofort erkennen. Wenn Sie feststellen, dass die Luft nicht in die Lunge gelangt, sind oft die Atemwege nicht frei. Prüfen Sie die Kopflage; wenn der Hals nicht ausreichend überstreckt ist, führt oft eine Korrektur der Kopflage zum Erfolg. Überprüfen Sie auch den Mund-Rachen-Raum nach Fremdkörpern.

Um einen direkten Kontakt zum Betroffenen zu vermeiden, können Sie ein Taschentuch verwenden. Der Beginn der Beatmung darf aber durch solche "Vorbereitungen" nicht verzögert werden.

Die Verwendung anderer Beatmungshilfen muss geübt sein!


 

Mund-zu-Mund-Beatmung

Alternativ zur Mund-zu-Nase-Beatmung kann auch die Mund-zu-Mund-Beatmung durchgeführt werden.

  • Der Hals bleibt bei der Mund-zu-Mund-Beatmung überstreckt.
  • Mit Daumen und Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand verschließen Sie die Nase.
  • Öffnen Sie den Mund des Betroffenen ein wenig, setzen Sie Ihren Mund dicht auf und beatmen Sie vorsichtig.

Mund-zu-Mund- und Mund-zu-Nase-Beatmung sind als gleichwertig anzusehen. Sie können also selbst entscheiden, welche Beatmungsart Sie durchführen. Wichtig ist, dass in beiden Fällen "Ihre" Luft in die Lungen des Betroffenen gelangt, um seinen Körper mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff zu versorgen. Kontrollieren Sie daher bei jeder Beatmung, ob sich der Brustkorb des Betroffenen hebt und senkt.


 

Beatmung von Säuglingen und Kleinkindern

  • Säuglinge und Kleinkinder nehmen Sie zur Beatmung auf den Arm, so dass Sie den Kopf des Kindes leicht nackenwärts gelegt mit Ihrer Hand halten können. Alternativ können Kinder zum Beatmen auch auf einem Tisch abgelegt werden.
  • Den Hals nur wenig überstrecken. Indem Sie den eigenen Mund über Mund und Nase des Kindes aufsetzen, beatmen Sie vorsichtig mit ca. 30-40 Beatmungen pro Minute.
  • Beachten Sie, dass das Lungenvolumen eines Kindes viel geringer als das eines Erwachsenen ist. Daher müssen Sie Ihr Beatmungsvolumen dem Lungenvolumen des Kindes anpassen.

Nähere Informationen zu Kindernotfällen finden Sie im "Erste-Hilfe-Ratgeber" und im Handbuch "Erste Hilfe am Kind" des Deutschen Roten Kreuzes.


 

Adresse

Deutsches Rotes Kreuz
Generalsekretariat
Carstennstraße 58
12205 Berlin
Tel.: 030/85404-0
Website: http://www.drk.de