|
Die Unkeler Wehr freut sich über ihren neuen Wagen Bürgermeister übergibt Tragkraftspritzenfahrzeug seiner Bestimmung |
![]() |
![]() |
UNKEL. Die Unkeler Wehr hat einen neuen Wagen, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Nachdem das alte TSF, das seit 1978 im Einsatz war, in den Ruhestand geschickt werden musste, freute sich die Wehr nun auf die offizielle Übergabe des neuen Fahrzeuges durch Bürgermeister Werner Zimmermann.
Der Verbandsgemeinderat hatte dem Kauf im Juni 2004 zugestimmt, grünes Licht und damit Zuschüsse aus Mainz gab es im vergangenen Herbst. 44 000 Euro zahlte die Gemeinde, 32000 das Land. Das neue Fahrzeug verfügt unter anderem über einen 750 Liter Wassertank, der es bei Bränden ermöglicht. einen so genannten Schnellangriff zu starten. Nach einem musikalischen Frühschoppen unter Mitwirkung des Tambour-Corps "Rheinklänge" Unkel 1954 wurde das neue TSF erstmals bei einer Löschangriffsübung in Gebrauch genommen und den Feuerwehrleuten sowie den zahlreich erschienenen Gästen vorgeführt. Der "Tag der offenen Tür" in Verbindung mit der Fahrzeugübergabe endete zünftig mit einem Oktoberfest unter Mitwirkung der Band "Barhocker". (mak)
Unkel: Proppevoll war das nicht gerade kleine Feuerwehrgerätehaus von Unkel am Sonntagvormittag, hatte der Löschzug der Stadt um Wehrführer Joseph Möhring doch zum Tag der offenen Tür eingeladen, der vom Förderverein um seinen Vorsitzenden Dieter Jammel organisiert worden war. Begonnen hatte der Festtag mit einem von Pfarrer Andreas Arend gehaltenen Gottesdienst, und der Geistliche sollte zusammen mit seinem evangelischen Kollegen, Pfarrer Michael Busch, auch kurz danach im Mittelpunkt des Geschehens stehen, galt es doch ein neues Fahrzeug einzusegnen, das TSF-W.
Zunächst aber begrüßte Joseph Möhring die Gäste, allen voran Wehrleiter Hans-Josef Fröhlich und seinen Stellvertreter Uli Rechmann sowie Verbandsbürgermeister Werner Zimmermann als Chef der Wehr. Aber auch zahlreiche Mitglieder des VG-Rates, Stadtbürgermeister Gerhard Hausen sowie die Bürgermeister aus Rheinbreitbach und Bruchhausen, Ulrike Jassen und Markus Fischer, sowie Vertreter vieler Vereine waren in das Feuerwehrgerätehaus gekommen. In dem dominierten natürlich die Floriansjünger aus der Verbandsgemeinde mit den Löschzügen aus Rheinbreitbach um Wehrführer Ralf Horchel, aus Bruchhausen um Wehrführer Ewald Heinrichs, aus Erpel um Wehrführer Rall Wester sowie mit einer Delegation aus Orsberg. Selbst aus der Verbandsgemeinde Linz war der Kasbacher Wehrführer Bertold Bäcker mit Kameraden angereist. Den längsten Weg aber hatte die Partnerwehr aus Ortmannsdorf bei Zwickau um Wehrführer Andreas Steeg auf sich genommen, die mit viel Beifall begrüßt wurde.
"Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W ersetzt das alte TSF, einen VW LT31 mit Magirusaufbau, der im September 1978 seinen Dienst aufgenommen hatte", berichtete Hans-Josef Fröhlich. Dieses Fahrzeug entsprach damals sicherlich dem Stand der neusten Technik, doch im Laufe der Zeit hat eine gravierende Änderung bei den Löschfahrzeugen stattgefunden. So wurden aus Sicherheitsgründen die Kastenwagen gegen Fahrgestelle mit Kolleraufbau ausgetauscht, wäre die Tragkraftspritze nicht abgeschottet von der Fahrtzeugbesatzung im Falle eines Unfalls doch eine sehr große Gefahr für die Mannschaft geworden. Außerdem sorgte der hohe Radstand des TSF für ein schlechtes Fahrverhalten des Wagens. "Nach der Fahrzeugkonzeption der VG Unkel war für dieses Fahrzeug in 2003 die Ersatzbeschaffung vorgesehen, in der Investitionsplanung war diese dann aber zu Gunsten eines Hilfeleistungs-Löschfahrzeugs auf das Jahr 2006 verschoben worden", erinnerte der Wehrleiter.
Dann aber hatte das TSF im April 2004 einen gravierenden Motorschaden, dessen Reparatur von zwei Gutachten als extrem unwirtschaftlich eingestuft wurde Entsprechend beschloss der VG-Rat zwei Monate später eine vorgezogene Ersatzbeschattung und beantragte eine Zuwendung beim Land Rheinland-Pfalz. Als deren Bescheid eingegangen war, erfolgte im September die Ausschreibung. Ende Dezember beschloss der VG-Rat den Kauf. "So können wir heute dem Löschzug Unkel ein Fahrzeug übergeben, das den neuesten Erkenntnissen und Standards entspricht", freute sich Hans-Josef Fröhlich. Das Fahrgestell mit Doppelkabine hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 6000 Kilogramm, der wassergekühlte 4-Zylinder-Reihenmotor mit Sechsganggetriebe und Hinterradantrieb verfügt über 166 PS. Der Aufbau im Baukastensystem verfügt über variable Zwischenböden, die Lagerung für die Tragkraftspritze TS 8/8 ist stufenlos ausziehbar und absenkbar. Sie ist mit dem bis zu 750 Liter fassenden Tank verbunden, kann aber auch separat eingesetzt, mit ihrer Pumpleistung von 1730 Liter pro Minute bei acht bar und mit einer geodätischen Saughöhe von drei Metern eingesetzt werden. Zusatzmodule erlauben im Fahrzeug die Lagerung von weiteren Geräte wie etwa zum Atemschutz. Besetzt wird das TSF-W mit einem Gruppenführer mit seinen fünf Feuerwehrleuten.
Bei aller Freude über das neue Fahrzeug ging der Wehrleiter aber auch auf die Kritik des Landesrechnungshofes wegen angeblich zu hoher Kosten der Feuerwehr ein.
"Diese Rügen sind ein Schlag ins Gesicht der ehrenamtlichen Feuerwehrleute und es ist gut, dass sich alle Parteien im Landtag gegen diese Kritik verwehrt haben," betonte er. In diese Richtung ging auch die Zusage von VG-Chef Werner Zimmermann. "Sie können sicher sein, dass der Verbandsgemeinderat in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Wehrleitung immer dafür sorgen wird, dass die Sicherheit der Bürger im Vordergrund steht und dass er trotz dringender Sparmaßnahmen die dafür notwendigen Entscheidungen treffen wird", sagte er den Feuerwehrleuten zu. Kosten lassen hat sich die VG die ersatztaktisch erforderliche Anschaffung des samt Nebenkosten 76661,66 Euro teuren TSF-W gut 44660 Euro. Exakt 32000 Euro übernahm das Land.
Angesichts dieser Kosten ist es einleuchtend, dass die VG keine Mittel für "Sonderwünsche" der Feuerwehrleute zur Verfügung stellen kann. Um so wichtiger ist die Arbeit des Fördervereins, dessen Vorsitzenden Dieter Jammel von Christopher Magawly einen Scheck über 1500 Euro ausgehändigt bekam. Der frühere Beigeordnete des Unkeler Stadtrates hatte mit seinem Team beim Wein- und Heimatfest wie im Vorjahr eifrig Rebensaft unters Volk gebracht, um den Erlös als Dank eines Bürgers für die Hilfeleistungen und Sicherheitsarbeit der Feuerwehrleute dem Förderverein zukommen zu lassen. Finanzielle Unterstützung erfuhr der Unkeler Löschzug auch vom Kur- und Verkehrsverein. Dessen Vorsitzender Dieter Borgolte "entlohnte" die Feuerwehrleute für ihr wöchentliches Gießen der Geranien in den Blumenampeln an den Straßenlaternen, bevor man im blau-weißdekorierten Feuerwehrgerätehaus ganz dem Löschen beim Unkeler Oktoberfest widmen konnte. (DL)
|
Während morgens zur Messe gut 200 Besucher anwesend waren, war am Abend das Gerätehaus voll. Es war alles gut organisiert, vom Essen bis zur Unterhaltung. Selbst die Wildecker Herzbuben haben Ihres dabei getan.
|
![]() Bildergalerie zum Abend |